Vorbereitungsseminar Irgendwo im Nirgendwo

Um bestmöglich auf unser Auslandsjahr und unsere Arbeit vorbereitet zu sein, trafen sich alle diesjährigen Freiwilligen zu einem Seminar Anfang Juli, um sich kennenzulernen und auszutauschen und um gleichzeitig zehn der vorgeschriebenen 25 Seminartage zu absolvieren. Da eine normale Umgebung ja viel zu langweilig wäre, verschlug es uns sprichwörtlich an den Arsch der Welt, auf eine Alm mitten in den Alpen, im tiefsten Süden Deutschlands, in Ruhpolding. Nach einer ermüdenden und anstrengenden Fahrt quer durch Deutschland, aber mit den besten Pancakes zum Frühstück, erschwerte dann auf dem letzten Stück von München nach Ruhpolding ein Schienersatzverkehr uns die Anreise und dank der hervorragenden Planung der DB kamen wir dann auch nur mit ca. zwei Stunden Verspätung am Treffpunkt an. Von da ging der Spaß erst richtig los, 1 1/2 Stunden den Berg hoch zu unserer Hütte, jeder mit seinem Gepäck für 10 Tage auf dem Rücken. Oben angekommen erwarteten uns zwei Hütten mit zwei Duschen für ca. 40 Leute, eine davon ausschliesslich mit kaltem Wasser, kein Handyempfang und Strom nur über einen mitgebrachten Generator. Auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftig und rustikal, aber ich habe mich schnell dran gewöhnt und vor allem das stille Handy war mal sehr angenehm. Und wann kann man schonmal sagen, dass seine einzigen Nachbarn Kühe sind, die mal zum Frühstück vorbeischauen und man ansonsten nichts außer Wald, Wiese und Natur sieht. 

Beste Vorraussetzungen also um sich komplett auf das Seminar und die anwesenden Leute zu konzentrieren. Wir waren eine super Truppe, die meisten kamen gerade frisch vom Abi, andere hatten ihren Bachelorabschluss in der Tasche. Ergänzt wurde unsere Gruppe von den Incomern aus Kolumbien, Ecuador und Südafrika, die ein Jahr lang in Deutschland einen BFD absolviert hatten und kurz vor ihrer Rückreise standen. Es war unglaublich schön und bereichernd mit ihnen zu reden und Zeit zu verbringen und ich war sehr beeindruckt von deren Deutschkenntnissen und ihren Erlebnissen in Deutschland. Die Begegnung mit den Incomern hat mich nochmal darin bestärkt, dass Kolumbien die richtige Wahl für meinen Freiwilligendienst ist und das folgende Jahr voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse sein wird. 

Während des Seminars haben wir viel mit unseren Länderleitern über unsere jeweiligen Einsatzländer gesprochen, Tipps für die Gestaltung des Unterrichts bekommen und Vorträge über Themen wie Rassismus, interkulturelle Zusammenarbeit und Sicherheit gehört. Zwischendurch haben wir auch immer praktische Einheiten gehabt, wie eine anstrengende, aber sehr schöne Wanderung, einen Orientierungslauf quer Feld ein, nur mit Kompass ausgestattet oder das Beste: den Bau einer Murmelbahn mitten durch den Wald, inklusive Fällen von Bäumen. Sowas macht man ja auch nicht jeden Tag ;D Da ich zwischendurch für meine Abiturverleihung wieder zurück nach Berlin gefahren bin und danach krank war, habe ich leider selber nicht viel an der Murmelbahn mitbauen können, aber sie sah am Ende sehr cool aus und mit etwas Hilfe lief die Kugel auch problemlos durch die Bahn. 

Nach dem Seminar habe ich mich auf jeden Fall sicherer gefühlt und gut informiert und war sehr dankbar für diese zehn Tage. Es war immer etwas los und nie langweilig und vor allem die Abende waren sehr amüsant. Egal ob singend am Lagerfeuer, mit lauter Musik und viel Lachen Karten spielend oder im Matsch Salsa tanzend, wir hatten unseren Spaß ! Ich bin schon sehr gespannt, was die anderen in einem Jahr von ihren Erfahrungen berichten werden und freue mich nun umso mehr auf mein Jahr in Kolumbien. 

 

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