Familienwochende in Cartago und Erholung pur

Drei Wochen nach einem wunderschönen Wochenende in Cartago komm ich jetzt auch endlich mal dazu, darüber zu berichten. Die Tage davor, habe ich einfach nie die Zeit gefunden, um mich in Ruhe hinzusetzen und über meine Erlebnisse zu schreiben, oder ich hatte schlicht und einfach keine Lust und wollte nur mal ein bisschen die Beine hochlegen. Da in der Zwischenzeit aber auch noch so viel anderes passiert ist, was ich gerne mit euch teilen möchte, muss ich mich jetzt mal sputen, mit dem Schreiben von diesem Eintrag. Und außerdem ist das Blogschreiben eine gute Ausrede, weil ich immer noch nicht dazu gekommen bin, einen Bericht für meinen Chef zu schreiben, was ich seit Ewigkeiten vor mir herschiebe.. Ich fange an kolumbianische Gewohnheiten zu übernehmen . Nicht gut !

Aber nun zum Wochenende in Cartago. Ich hatte ja bereits mal erwähnt, dass meine Gastfamilie eigentlich ursprünglich aus Cartago, einer Kleinstadt 2h entfernt von Buga kommt. Durch die Arbeit von meinem Gastvater sind sie dann hier nach Buga gezogen, wobei der Großteil der Familie jedoch in Cartago geblieben ist. Da ich mich beim Geburtstag von Luisa sofort unglaublich gut mit allen verstanden habe, war ich auch sofort Feuer und Flamme, als ich für ein Wochenende nach Cartago eingeladen wurde. Da die Kolumbianer hier sehr gerne feiern bzw frei haben, gibt's öfter mal lange WEs, von denen ich mir dann eins ausgesucht habe und in Begleitung von Jana aufgebrochen bin, um eine neue Stadt kennenzulernen. Die Busfahrt verlief problemlos und in Cartago angekommen, wurden Jana und ich von Jaime, einem Bruder meiner Gastmama, der Taxifahrer ist zum Haus von Gloria gefahren, der Schwester meiner Gastmama (übrigens hat meine Gastmama 12 Geschwister und mein Gastpapa 14, dezent große Familie). Glorias Haus ist riesig, dafür dass sie dort nur mit ihrem Ehemann wohnt und ihre Tochter in Kanada lebt. So kam es, dass Jana und ich sogar einzelne Zimmer für die Nacht hatten. Den ersten Tag hat uns Gloria Cartago gezeigt, was zwar kleiner als Buga ist, aber definitiv nen schöneres Centro zum Einkaufen hat.  Wir haben richtig guten Kaffee in einem kleinen Park getrunken und unglaublich viele Fotos gemacht, wie die folgenden Tage darauf auch... Abends sind wir dann noch in eine Bar gegangen, eigentlich wollten wir tanzen gehen, aber da wir ein paar Cedula Probleme hatten, ist es dann eine Bar geworden, in der aber auch fleißig getanzt wurde. Das zeigt aber auch mal wieder die Mentalität der Kolumbianer, um Spaß zu haben, spielt das Alter keine Rolle. Denn obwohl Gloria und Zulu mit ihren 65 und 50 Jahren nicht unbedingt das Alter hatten, wie alle anderen in der Bar, hat sie das keineswegs gestört und wir hatten viel Spaß. 

Am nächsten Tag haben wir uns dann gegen Mittag mit dem Auto auf den Weg zu der Finca vom Bruder meiner Gastmama gemacht. Der Besuch von Jana und mir wurde dann auch als Anlass gesehen, mal wieder ein kleines Familientreffen dort zu machen, weswegen wir wunderschönen Stunden auf der Finca inmitten von beeindruckender Natur und Kaffeeplantagen, platanos und Avocados hatten, in denen wir viel gelacht und tolle Gespräche geführt haben. Aber am wichtigsten, in denen wir einfach mal die Seele baumeln lassen und die Ruhe und die Natur genossen haben ohne den Alltagsstress, der in Buga auf einen wartet, aber aber mit ganz viel frischer Luft und guter Laune. Und mal ehrlich, gibt es was schöneres, als nach dem Aufstehen und trotz einer mit kühleren Temperaturen erholsamen Nacht, noch halb verschlafen richtig guten Kaffee, von der eigenen Plantage im Schein der aufgehenden Sonne zu trinken und dabei von den Sonnenstrahlen gewärmt zu werden und nichts zu hören, außer die Vögel und das Rascheln der Platanoblätter, wenn der Wind leise weht. Dieser Moment, war schon echt ziemlich perfekt. Später sind wir dann mit drei Autos und über holprige Sandwege zu einem Dorf inmitten der Kaffeeregion gefahren, was komplett aus buntbemalten kleinen Häusern besteht. Filandia ist echt wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man sich gerade in der Nähe befindet und da es mitten in der Kaffeeregion liegt, kommen alle Kaffeegenießer voll und ganz auf ihre Kosten .

Spät am Abend waren wir dann wieder in Cartago und da Jana schnell nach Hause musste, gestaltete sich unser Heimreise als ziemlich hektisch, aber es hat alles super geklappt und wir sind wieder glücklich und erholt in Buga angekommen und ich habe einmal mehr gesehen, wie viel Glück ich mit meiner Gastfamilie habe.

Wenn ihr das WE noch einmal aus Janas Perspektive erleben möchtet, dann klickt hier. 

 

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