The family on tour- Lago Calima

"Am 6. November ist festivo, also haben wir nen langes Wochenende und das ist direkt nach Mathildas Geburtstag. Lasst uns mal alle ans Meer fahren!" So ungefähr hat vor über einem Monat die Planung des letzten Wochenendes begonnen. Wir deutschen Kolumbienfreiwilligen wollten dem Alltag ein bisschen entfliehen und die Seele an der 3h von Cali entfernten Pazifikküste in Ladrilleros baumeln lassen. Es war so gut wie alles schon safe, aber in Kolumbien sollte man am besten nie allzu langfristige Pläne machen, denn es ändert sich meistens sowieso noch etwas. Durch Proteste und Straßensperrungen auf der Strecke fuhren keine Busse und es wäre deswegen unmöglich gewesen nach Ladrilleros zu kommen. Also war Spontanität gefragt und wir haben uns Donnerstag dann kurzfristig dazu entschieden, alle zusammen an den Lago Calima zu fahren, der ungefähr eine Stunde von Buga entfernt ist. Mathilda hat durch AirBnb eine sehr coole Finca gefunden und da diese Platz für 16 Leute hatte, haben wir noch drei befreundete Kolumbianer gefragt, ob sie uns begleiten wollen. 

Samstag ging es dann los und während die Calileute schon bereits gegen 13:00 Uhr in der Finca ankamen, die auch mit "öffentlichen Verkehrsmitteln" sprich Bus und Jeep gut zu erreichen ist, waren Jana und ich, sowie David und Jose erst gegen den späten Abend in der Finca. Da David mit Auto gefahren ist, haben Jana und ich gesagt, dass wir mit ihm fahren werden, da das entspannter ist. Er musste am Vormittag jedoch noch arbeiten und wir haben mal wieder die Pünktlichkeit der Kolumbianer unterschätzt. So sind wir erst gegen 18:00 Uhr aus Buga losgefahren, obwohl wir eigentlich um die Zeit schon in der Finca sein wollten, aber naja. Mit frischer Pizza ausgerüstet, um die anderen vor dem sicheren Hungertod zu bewahren, kamen wir dann endlich in der Finca an und ich war sehr beeindruckt. Es war zwar dunkel, aber die Landschaft und der große See sahen auch so wunderschön aus und die Finca war ein Traum. Wir hatten zwei Etagen, zwei Bäder, 14 Betten für 9 Personen, eine ziemlich große Küche, die sogar einen Ofen hatte, den wir aber nicht benutzt haben und das Highlight: einen eigenen Pool, den wir dafür ordentlich genutzt haben. 

Direkt nach dem Abendbrot ging es für uns eine Runde in den Pool, um danach gleich das ganze Haus nass zu tropfen, aber was solls, trocknet ja ganz schnell wieder. Den Abend verbrachten wir mit Trinkspielen, viel Lachen und Spaß und nach einer teilweise etwas kühlen Nacht gab es dann am nächsten Morgen ganz viel Kaffee für uns müde Menschen und leckere Eierkuchen (Pfannkuchen für alle Nicht-Berliner oder Wessis) von der lieben Mathilda. Wenn man dann zu neunt an so einem großen Tisch sitzt und isst, fühlt man sich schon wie in so ner Großfamilie. Aber für ne Großfamilie zu kochen, abzuwaschen oder einzukaufen ist auch nicht immer leicht, aber unsere "Mutti" Mathilda hatte da nen ganz guten Überblick und da wir das Auto von David hatten, waren wir auch recht mobil. Sonntagmorgen stand mal die Idee im Raum auch den See zu besuchen, der ungefähr 45 min zu Fuß, schätze ich mal von unserer Finca entfernt war. Diese Idee haben wir aber ganz schnell wieder verworfen und uns stattdessen einen schönen Tag in unserer Finca gemacht, die Sonne genossen, Fotos gemacht, uns teilweise Sonnenbrand geholt und uns gegenseitig in den Pool geworfen. Ein ganz entspannter Sonntag also mit etwas verrückten Aktionen zwischendurch. So haben wir uns alle Deutschen für ein Foto auf den Balkon gesetzt, von dem es dann ein paar Meter in die Tiefe ging oder wir sind zu dritt mit Dayans Moto und ohne Helme auf der huckeligen Feldstraße ins Dorf gefahren, womit wir alle Blicke auf uns gezogen haben. Denn weder Clara noch ich sehen sonderlich kolumbianisch aus und wenn wir uns dann auch noch lautstark auf englisch unterhalten, ist es kein Wunder, wenn uns jeder anguckt und jeder zweite denkt, dass wir mit ihm sprechen, weil wir mal eben ein lautes hello von uns geben, einfach nur weil Clara und ich an diesem Wochenende nen ziemlichen Schaden hatten ;D

Nach leckerem Möhrengemüse (typisch deutsch) zum Abendbrot haben wir dann noch Ewigkeiten cards against humanity gespielt, wo die merkwürdigsten Dinge manchmal herauskamen und am nächsten Morgen wollte keiner von uns schon wieder fahren. Nach einem sehr hastigen Klarschiffmachen des Hauses, weil es ein paar Kommunikationsschwierigkeiten gab, machten sich die Cali- Leute dann auf den Weg zum Busterminal und Jana, David und ich uns zurück nach Buga, mit einem kurzen Stopp am eigentlichen See Calima, der auch viele Attraktionen, wie Jet-Ski, Motorboot fahren etc. zu bieten hat.

Das wird also sicherlich nicht unser letzter Besuch am Lago Calima gewesen sein und es tat unglaublich gut, den Alltag einmal hinter sich zu lassen und zu entspannen. Aber auch die Leute aus Cali wieder zu sehen, gute Gespräche zu führen und wieder mit der "Family" zusammen zu sein.  

Achso wer sich fragt, auf welcher Sprache wir eigentlich die ganze Zeit geredet haben: Englisch, denn alle drei Kolumbianer können mega gut englisch, aber zwei von ihnen sind auch schließlich Lehrer. Obwohl bei uns allen auch mal spanische Wörter zwischendurch rausgerutscht sind, also war es eigentlich eher Spenglisch. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Jan Weinert (Donnerstag, 16 November 2017 09:33)

    So es ist wieder einmal so weit Papa lässt einen Kommentar ab - ohne vorher mit Mama darüber zu sprechen :).
    Tja liebes Kind, was soll ich sagen, zu dritt auf dem Moto und dann noch ohne Helm - gaaaanz böse Sache (lach) gut dass das "de Ommas" nicht wissen, die könnten dann Nächte lang wieder nicht schlafen. Aber wenn ich mir den Blog so durchlese geht es dir anscheinend ganz gut. Beim Skypen hast du ja ständig Eierkuchen im Mund, so dass man dich nicht versteht (hehe, nicht getroffen). Und ein bisschen Luxus zwischendurch mit 2 Bädern und 14 Betten für 9 Personen (hm, ich glaube in meiner Jugend war das immer andersherum - die Betten nicht die Bäder) tut euch allen ganz gut.
    Bis denne, der A... vom Dienst, auch Papa genannt :)